Posted by: Fiona on: Juni 6, 2008
Foto: Cheza
Teil 2, Fortsetzung von Teil 1.
Ab 9 Jahren kann zwischen Filmgeschichte und Wirklichkeit meistens unterschieden werden. Die Kinder nehmen bereits einen inneren Abstand zum Filmgeschehen ein. Märchenfilme, Science-Fiction Filme oder Zeichentrickfilme werden als solche erkannt und nicht mehr als wirkliche Begebenheit eingestuft.
Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahre können den Handlungen der Filme zumeist folgen. Sie können Filmhandlungen danach beurteilen, ob sie in der Wirklichkeit passieren können. Dennoch können Filme für diese Altersgruppe problematisch sein und zu Überforderungen führen, z.B. die Bilderflut harter Actionfilme oder brutale Gewaltszenen. 10- bis 13-jährige kommen in die Pubertät. Ihre Phase der Selbstfindung geht mit Unsicherheit einher. Filme mit Helden, die durch rücksichtslosen, zerstörerischen oder gewalttätigen Verhalten beeindrucken, können die seelische Entwicklung gefährden. Das Interesse an Sexualität wird in dieser Altersgruppe größer. Sexuelle Darstellungen können beeinträchtigend sein, wenn dies in Zusammenhängen mit Gewalt oder abwertenden männlichen oder weiblichen Rollenklischees passieren.
Jugendliche ab 14 Jahren. Mit zunehmendem Alter wächst die Fähigkeit Medieninhalte zu verstehen und zu verarbeiten. Diese „Medienkompetenz“ ist im Allgemeinen ab 16 Jahren voll entwickelt. Für Jugendliche, die noch keine stabile Werteordnung haben, können Filme problematisch sein, in denen attraktive Helden Gewalt vorleben, die zur Identifikation einlädt. Die Gefahr, sich mit Filmhelden solcher Botschaften zu identifizieren, ist gerade für männliche Jugendliche mit schwachem Selbstwertgefühl groß. Stereotype Geschlechterrollen, die diskriminierende Verhalten befürworten oder Menschen zu reinen Sexualobjekten degradieren, vermitteln ebenfalls ein einseitig negatives Menschenbild.
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Info: Jugendschutz
Auch ich sage „Danke“. Eine gute Zusammenfassung einiger wichtigen Punkte. Hoffentlich lesen viele Eltern deinen Beitrag.
Ein guter und zugleich sehr wichtiger Artikel! Ich weiss nicht, ob sich jeder dessen Bewusst ist, was er seinen Kindern zeigt, oder wieviel sie davon verstehen! Es reicht zum Beispiel auch, wenn ein Film ohne Gewaltszenen, jedoch mit einer düsteren und beängstigenden Stimmung dem Kind Angst einjagt. “Märchenfilme” wie Pans Labyrinth würde ich sowieso keinem Jugentlichen bzw. keinen unter 18-jährigen zeigen!
und die Frage, ab welchem Alter David Lynch zu verstehen ist, wird sich wohl nie beantworten lassen
Juni 6, 2008 um 1:27
Danke, liebe Fiona, ich finde die Übersicht sehr interessant – es sind gute Anhaltspukte für die Eltern, denke ich!
Die Frage ist nur wer sich wirklich daran hält?