Foto: Juleen
Ich kenne Eltern die denken, dass ihre Kinder angsteinflößende Filme auf keinem Fall anschauen dürfen. Ein gewisses Angsterleben, wie es z.B. auch bei Märchen vorkommt, ist aber für Kinder nichts Negatives, solange es altersgemäß verarbeitet werden kann. Kinder arbeiten ihre Filmerlebnisse oft unbewusst auf – z.B. durch nachspielen von Filminhalten oder durch das Zeichnen und Malen von Filmhandlungen. Dies ist eine besondere Fähigkeit von Kindern, um Filme zu verstehen und gefühlsmäßig zu verarbeiten.
Das Verarbeiten von Filmen, ist je nach Alter und Entwicklungsstufe des Kindes unterschiedlich. Buben reagieren auf Filme anders als Mädchen. Reife des Kindes und Inhalt eines Films spielen ebenso eine große Rolle. Aussagen über das Filmerleben von Kindern in einem bestimmten Alter, sind darum nur grob möglich.
Vorschulkinder (3 bis 6 Jahre) können den Zusammenhang des Films noch nicht verstehen. Sie suchen sich Einzelheiten aus dem Filmgeschehen heraus, die für sie interessant sind oder die sie beeindrucken. Sie merken meistens noch nicht, dass der Film nicht die Wirklichkeit ist. Sie können deshalb vom Filminhalt noch keinen Abstand nehmen. Ihre Gefühle werden stark erregt. Bedrohliche Filminhalte, wie z.B. düstere Bilder, aggressive Handlungen, bedrohliche Musik, können nachhaltige Ängste hervorrufen. Das Töten von Menschen oder Tieren, die Darstellung von Streit in Familien können für kleine Kinder sehr belastende Szenen sein. In einem Film für Kinder dieser Altersstufe, ist ein guter Ausgang der Geschichte wichtig. Länger als 30 Minuten können die Kinder einen Film nicht aufmerksam verfolgen.
Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahre verstehen bereits einfache Filmhandlungen. Schwierig wird es, wenn Zeitsprünge, Rückblenden, Zeitraffer oder andere Stilmittel im Film verwendet werden. Die Trennung zwischen Fantasie und Wirklichkeit fällt 6- bis 8-Jährigen manchmal noch schwer. Sie gehen oft ganz in der Filmhandlung auf. Sie leiden, fürchten und freuen sich mit den positiven Filmfiguren. Je näher eine Filmszene dem Leben der Kinder steht, desto stärker wirkt sie auf sie ein. Eine Auflösung von Konfliktsituationen oder beängstigenden Szenen „zum Guten“ ist noch sehr wichtig.
—
Quelle: Jugendschutz




Schön beschrieben!
Dass es trotz auch all des Wissens um das immer wieder nur wenige kindgerechte Kinderfilme gibt, versteht man kaum, aber wahrscheinlich fällt es eben den erwachsenen Filmemachern besonders schwer sich wieder Zurückzuversetzen, kind- und altersgerecht zu arbeiten. Schade, denn mehr lustige und vor allem gewaltfreie Filme könnte man gebrauchen!
Kommentar von shrekundfiona — Juni 5, 2008 @ 5:17
Jaaa..! Das habe ich auch schon so oft gelesen – „wahrscheinlich fällt es eben den erwachsenen Filmemachern besonders schwer sich wieder Zurückzuversetzen, kind- und altersgerecht zu arbeiten“. Aber ich glaube das liegt auch daran, dass jeder „Gewahlt“ anders definiert – für manche ist das Töten, für anderen reicht es wiederrum, wenn sie sehen wie ein Vögelchen gefangen wird…
Kommentar von Fiona — Juni 5, 2008 @ 6:16